Wohnhäuser

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Straßenkinder leben in Brasilien gefährlich. Sie sind den reichen Bewohnern von Rio, den Geschäftsleuten und den Reisegesellschaften ein Dorn im Auge. Sie passen nicht in die Stadt. Sie werden überall verjagt, verfolgt. Todesschwadronen kassieren Prämien dafür, dass sie Straßenkinder erschießen. Im Juli 1993 wurden vor der Kathedrale „Candelaria“ mitten in Rio acht Straßenkinder im Schlaf von einer Todesschwadron, zum Teil aus Polizisten bestehend, erschossen. Dieser Mord rief zwar weltweit Empörung hervor, aber das Töten geht weiter.

Die brasilianische AVICRES nahm diese schrecklichen Morde zum Anlass, sich der Straßenkinderproblematik anzunehmen. Derzeit finden in drei unterschiedlichen Häusern  Kinder und Jugendliche von der Straße oder Kinder und Jugendliche aus armen bzw. vernachlässigten Familiensituationen tagsüber Aufnahme. Eines dieser Häuser ist darüber hinaus auch ein Wohnheim (Tag- und Nachtbetreuung)für ca. 20 Mädchen.

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Die Mädchen und Jungen werden in den AVICRES-Häusern ganzheitlich betreut: Neben  einer gesunden Ernährung, notwendiger Körperhygiene, Gesundheitsvorsorge und psychologischer Begleitung erhalten sie regelmäßige Schulbildung. Nach dem Unterricht in den ortsansässigen Schulen können sie an unterschiedlichen Projekten und verschiedenen Freizeitangeboten (Sport, Musik, Theater, Umgang mit dem PC, ...) teilnehmen. Als Jugendliche haben sie die Möglichkeit, in den Projekten der AVICRES ausgebildet zu werden und dadurch eine berufliche Perspektive zu erhalten (siehe auch Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten mit Kolping).

Mädchenheim Casa da Esperança

Mädchenheim Casa da Esperança